Sicher ist sicher

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Johannesburg gilt als die Hauptstadt des Verbrechens und ich empfinde sie auch als Hauptstadt der Paranoia. Die Bedrohung durch böse Buben ist allgegenwärtig: an Plakaten und in der Presse wird täglich darauf hingewiesen: Schütze dich und deine Liebsten! Das zieht einen ganzen Wirtschaftszweig nach sich: „Electric Fencing“ ist der letzte Schrei, je mehr Volt am Zaun anliegen, umso besser. Paramilitärische Sicherheitsfirmen die auf Knopfdruck anrücken gelten als Standard.

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Ich erinnere mich noch gut an den Aufruhr in der Hogan´schen Nachbarschaft, der Spitzname für meine Gastfamilie, als ein Draht im E – Zaun gerissen ist. An Materialermüdung denkt niemand - jemand wollte den Alarm testen, ein Einbruch steht bevor. Hulk Hogan, mein Gastvater, dessen Statur und Bart dem WWF Vorbild sehr ähneln, verbietet mir rote Ampeln zu beachten. „Immer drüber fahren, sicher ist
sicher, sonst ist das Auto weg.“  Michelle Anderson hingegen gehört zum Glück zur Minderheit der nicht paranoiden Weißen. Sie ist Ende 20, berufstätig und lebt ihr Leben in Johannesburg. Wenn ich sie nicht kennen würde, wäre ich immer noch so paranoid wie die Hogans. Sie ist gelassen, hat eine ganz normale Hecke ums Haus, die Haushunde sind ziemlich dick und schlecken meine Hand zur Begrüßung. An roten Ampeln halte ich neuerdings auch  an – schließlich ist die Knautschzone bei meinem Japaner recht klein. Sicher ist sicher.

 

 

 

 

 

Glühwein und Buschfeuer

Glühwein & Buschfeuer
Kollegin Michelle nimmt ihr Versprechen ernst, mir Johannesburg fernab von dem Afrika - Touristenzirkus näher zu bringen. Auf dem Programm steht heute ihr Lieblings – Aussichtspunkt, ein verwaister Wassserturm auf einem Hügel im Staddteil Northcliff. Ihr Kleinwagen schafft die Steigung nur im ersten Gang, so steil geht es nach Oben. Wir […]